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Maibaumtradition in Brasilien

Im Nordosten Brasiliens, einem Landstrich in dem jedes Kind in Windeseile auf ein Kokuspalme klettern kann, wäre es wohl für kaum Jemanden eine ernsthafte Herausforderung einen deutschen Maibaum zu erklimmen. Leider ist in Deutschland die Tradition des Maibaumkraxelns, immer mehr dem stumpfen Alkoholgenuss gewichen, dabei kann man sich die Verbindung von beidem - der feuchtfröhliche Wettbewerb im Bierrausch den Maibaum zu erklimmen - durchaus als einen unterhaltsamen Spaß vorstellen.

Der Juni, ist im Norden Brasiliens nach dem Karneval im Februar die wichtigste Monat zum Feste feiern. Man spricht von de Juni-Festtagen, den “festas juninhas” und São João zu ehren des Heiligen Johannes ist de bedeutenste Feiertag in diesem Zeitraum. Während der Festlichkeiten ist es üblich einen Wettbewerb für die Kinder zu veranstalten. Es wird ein 5m hoher Baumstamm aufgestellt und kräftig mit Rindertalg bestrichen. Theoretisch ist unmöglich diesen glitschigen, schmierigen Pfahl aus eigener Kraft zu bewältigen. Aber das Preisgeld, der Ehrgeiz und der Glaube an das Unmögliche treiben die Mutigen dazu es zu wagen und sich dem Hohn und Spott des Publikums auszusetzen. Wie soll man auch eine gute Figur abgeben, wenn man wie Entlein auf Glatteis hin und her rutscht nur nicht in die richtige Richtung?

~ de pititinga em Maio 1, 2008.

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