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Neue Studie: Dem “Koma-Gammeln” auf der Spur.

“Immer mehr Studenten haben hochgradige Motivationsprobleme. Das ergab eine Studie eines Osnabrücker Forscherteams für Karrierperspektiven und Nachhaltigkeit (2008). Den Studenten sei anfangs gar nicht bewusst wie sie, die kürzlich noch so strebsamen Abiturienten, durch nächtliches Feiern und Rumtreiben in den einschlägigen Studentenlokalen ein krankhaftes Motivationsdefektum erleiden können. Kneipentouren und Semesterparties scheinen für sich genommen erstmal harmlos, so die Studie. Doch der Kombination aus Leistungsdruck und den körperlichen Folgen der Abfeierroutine sei die Überzahl des aktuellen Akademikernachwuchs schlichtweg nicht gewachsen.

Wie beim “Koma-Saufen” sei auch beim “Koma-Gammeln” die Ursache in gesamtgesellschaftlichen Problemen zu suchen, insbesondere in der immer stärkeren Individuation des Einzelnen bei gleichzeitig zunehmender virtueller Vernetzung. Aus der an sich widersprüchlichen Konstellation einer gefühlten Verbundenheit mit einer Gemeinschaft (Studivz oder Facebook haben hier die Marktführerrolle inne) und der gleichzeitigen Vereinsamung im realen Privatleben, würden viele Studenten mit übertriebenen Mitteln entgegenwirken. Während Schüler in dieser Situation häufig zu Flasche greifen würden um sich bewusstlos zu trinken, ist bei Studenten hingegen eine Kreativitäts-und Aktivitätsblockade zu beobachten. Einzelene Befragte berichteten im Rahmen der Studie, sie würden sich tagelang bei herunter gelassenen Jalousien regelrecht verbarrikadieren. Der einzige Kontakt mit der Außenwelt würde über das Internet hergestellt und die Umstände nach außen hin mit Prüfungsvorbereitungen oder “Intensiv-Lernsessions” getarnt.
Den Wissenschaftlern sei jedoch auch wichtig zu betonen, dass nicht jeder “Gammelstudent” gleich mit einer derart drastischen Reaktion auf Leistungsdruck reagiert. Schon eine subjektiv gefühlte Antriebslosigkeit, Schlaffheitsgefühle oder einfach nur Unlust können erste Anzeichen sein. Im Extremfall jedoch steige Blutdruck, Puls und Kalorienverbrauch der Betroffenen wochenlang nicht über das Niveau einer gesunden Tiefschlafphase hinaus. Was im Schlaf als durchweg gesund gilt, muss in solchen nicht mehr seltenen Fällen des chronischen Faulenzens als krankhaft bezeichnet werden und bedarf einer fachmännischen Behandlung.
Fatal sind neben den gesundheitlichen und psychischen Konsequenzen für die Einzelnen, auch und besonders die Folgen für die Wirtschaft zu berücksichtigen. Laut Studie können sich die Folgekosten zum jetzigen Zeitpunkt nur unzulänglich grob überschlagen lassen und was das Phänomen für das Wirtschaftswachstum bedeute sei überhaupt noch nicht abzuschätzen. Die erste Lehre die man ziehen könne, so die Meinung der Wissenschaftler, sei verstärkt in die Grundlagenforschung des Koma-Gammelns zu investieren. Diese Woche sei ein Antrag auf eine mehrstellige Millionenbetrag zu Forschungsförderung beim Bundeskulturministeriums beantragt worden.”

~ de pititinga em Abril 29, 2008.

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