Lesetipp: “Grundprobleme de Analytischen Ontologie”
“Die Welt ist alles, was der Fall ist¹”. Aber wie ist das, was die Welt ist der Fall? Auf welche Weise existiert das, was die Welt konstituiert? Diese Frage ist die Frage nach den ontologischen Kategorien. Zum ersten Mal stellte sich mir die Frage nach den Arten des Seins im Bezug auf intentionale Zustände. Einige Philosophen halten die Identitätstheorie für unplausible und bestreiten damit die These, dass mentale Zustände nichts weiter als physikalische Zustände geeigneter Gehirne sind. Für diese Philosophen ist es unplausibel, dass mentale Zustände vierdimensionale Gegenstände in Raum und Zeit sind. Funktionalisten meinen beispielsweise, dass mentale Zustände Eigenschaften von Gehirnen sind, d.h., dass Gehirne die Eigenschaft haben, funktionale Zustände einzunehmen, welche mentale Zustände realisieren. Dennoch, auch Funktionalisten sind der Meinung, dass der Träger dieser Eigenschaft ein räumlich und zeitlich ausgedehnte Entität, nämlich das Gehirn ist. Wäre das Gegenteil überhaupt denkbar? Wie kann etwas der Fall sein, ohne in Raum und Zeit ausgedehnt zu sein oder anders formuliert, gibt es neben konkreten Dingen auch Abstrakta? Meine persönliche Intuition war stets, dass alles auf irgendeine Weise konkret, will sagen. materiell, realisiert sein muss um überhaupt zu existieren. Es war und ist mir völlig unverständlich wie etwas ohne materiellen Träger real sein solle, dass wie die Platonische Ideenwelt weder räumlich noch zeitlich ausgedehnt ist. In dem Buch “Grundprobleme der Analytischen Ontologie” von E. Runggaldier und C. Kanzian gibt einen groben Überblick über die Modalitäten des Seins und ist besonders für Interessierte der Philosophie des Geistes geeignet, denn vielleicht kommt man der Antwort auf die Frage näher, was der ontologische Status geistiger Phänomene ist, wenn man nicht nur auf Seiten des Geistes forscht, sondern eben auch auf Seiten der Ontologie.
¹Ludwig Wittgenstein, Tratatus Logico-Philosohicus , 1.

Deixe um comentário